
Deutsch am DACH-Institut in Medellín – jetzt mit ÖSD-Prüfungen
September 17, 2026Am 26. September feiert Europa seine Sprachen. Der Europäische Tag der Sprachen ist eine Gelegenheit, das Bewusstsein für das Sprachenlernen und die kulturelle Vielfalt zu schärfen. Seit 2001 wird er auf Anregung des Europarats gemeinsam mit der Europäischen Kommission begangen. Über 700 Millionen Menschen aus den 46 Mitgliedstaaten des Europarats werden dazu ermutigt, in jedem Lebensabschnitt neue Sprachen zu lernen.
In diesem Jahr lautet das Motto „Languages unite!“. Bei der Online-Veranstaltung der Europäischen Kommission am 30. September geht es vor allem darum, wie Sprachen Teilhabe ermöglichen: in Klassenzimmern, an Arbeitsplätzen und in Behörden, die immer mehrsprachiger werden.
Sprachliche Vielfalt beginnt aber nicht erst an der Grenze zwischen zwei Sprachen. Sie beginnt schon innerhalb einer einzigen.
Plurizentrisches Deutsch: Eine Sprache, drei Standards – und was das für Deutschprüfungen bedeutet
Deutsch hat nicht ein Zentrum, sondern drei: Österreich, die Schweiz und Deutschland. Jedes Land hat seine eigene Standardvarietät, und alle drei sind gleichwertig. Fachleute nennen das plurizentrisch. Das ÖSD vertritt diesen Ansatz seit vielen Jahren und setzt ihn in seinen Prüfungen um.
Wie das im Alltag aussieht, zeigt ein Blick auf den Frühstückstisch: Zum Kipferl (A) gibt es Marillenmarmelade (A), in der Schweiz zum Gipfeli die Konfitüre (CH), in Deutschland zum Hörnchen die Aprikosenmarmelade (D). Drei Länder, drei Wörter, dasselbe Gebäck. Und es bleibt nicht beim Wortschatz: Das Jahr beginnt im Jänner (A) oder im Januar (D, CH), man schreibt das E-Mail (A, CH) oder die E-Mail (D), in der Schweiz Strasse ohne ß.
Keine dieser Formen ist ein Fehler oder eine Abweichung von einem „eigentlichen“ Deutsch. Und keine davon ist Dialekt: Standardvarietäten sind gerade jene Formen, in denen Nachrichten gesprochen und Gesetze geschrieben werden.
„Languages unite!“ – auch innerhalb einer Sprache
Das diesjährige Motto meint die Verständigung zwischen Sprachen. Deutsch zeigt, dass eine Sprache dafür nicht einheitlich sein muss. Sie bildet ein D-A-CH, unter dem Vielfalt und Varianz zu Hause sind. Wer Deutsch lernt, lernt deshalb eine Sprache, in der es für vieles mehr als ein richtiges Wort gibt.
Was das konkret für ÖSD-Prüfungen bedeutet
Was heißt das nun für ÖSD-Prüfungen? Ganz einfach: Sie bilden das Deutsch ab, wie es in Österreich, Deutschland und der Schweiz tatsächlich gesprochen und geschrieben wird.
In der Prüfung begegnen Teilnehmende deshalb Texten und Stimmen aus allen drei Ländern – beispielsweise mal aus Wien, mal aus Berlin, mal aus Zürich. In ihren eigenen Texten und im Gespräch dürfen Teilnehmende auch das Deutsch verwenden, das sie gelernt haben. „Jänner“ ist genauso richtig wie „Januar“, „Velo“ genauso richtig wie „Fahrrad“.
So entsteht ein Deutschzertifikat, das nicht auf ein Land vorbereitet, sondern auf den gesamten deutschsprachigen Raum. Für Teilnehmende heißt das: Sie sind für den Alltag, das Studium und den Beruf gerüstet, egal wohin es sie führt. Und Prüfungszentren bieten damit eine Prüfung an, in der sich Kandidat:innen aus allen deutschsprachigen Ländern wiederfinden.
Sie möchten selbst ÖSD-Prüfungen anbieten?
Wir freuen uns auf Sie! Hier erfahren Sie, wie Sie ÖSD-Prüfungszentrum werden.




